Neutouren am "El Circo Caliente"

Zustieg
Übersicht Söllerköpfe: "Sky Walkers" (rot) und die Neutouren rechts (Foto: danielmohler.com)
Wandbild El Circo Caliente

Drei neue Traumtouren im Puittal

Moritz "Mo" Orgler hat zusammen mit Felix Erlacher und v.a. mit Gerd Niedertscheider drei neue Linien im besten Fels an einem Vorgipfel der Söllerköpfe, den sie "El Circo Caliente" tauften, erschlossen.

Zugang/Zustieg: beim Chinamaier-Parkplatz parken und den Steig bzw. Wanderweg ins Puittal richtung Schüsselkar folgen. Beim sog. "Gassl" den Steig nach dem Latschengürtel verlassen und weglos hinauf - Achtung: nicht zu früh bzw. zu gerade hianuf, da man ev. am Einstig der "Sky Walkers" steht - siehe Übersichtsbild (Einstiegskoordinaten: 47.399451/11.133601). Über den Vorbau (4+, BH) zum Einstieg.

Abstieg: abseilen über die Routen Luna y Sol oder Por Ti

Allgemeines: Anwärter aller Routen wird empfohlen, sich im unteren 8ten UIAA Grad wohl zu fühlen.
Alle Routen Sektor Süd, perfekte Verhältnisse in den Übergangsjahreszeiten und im Sommer an wolkigen Tagen. Nach Regenfällen blieben die Risse länger nass, die Routen können mit nassen Passagen mit entsprechendem Engagement trotzdem begangen werden, die schweren Stellen trocknen schnell ab.
Der Zeitbedarf kann stark variieren. Kletterzeit 4 bis 10 Stunden für die Kombination Luna und Circo, Por Ti ein bisschen kürzer. Wer sich nicht ganz sicher ist besser mehr als zu wenig einplanen...

 

Luna y Sol (8,200m)

Mo Orgler und eien SL Felix Erlacher 2016; 1 RP: Mo Orgler 2017

Sehr schöne Risslinie in allerbestem Fels!
Alle Stände sind gebohrt, Zwischensicherungen müssen großteils selbst gelegt werden - Risse  sind aber sicherungsfreundlich.
benötigtes Material: Cams 0.3-3 (ev. 0.5 und 1 doppelt), Keile

Hinweis: die Route wurde von Unbekannten schon  - vermutlich vor dem Jahr 2000 - bis 2m über den Stand von der 2. Seillänge begangen (alte Kronenbohrhaken)

El Circo Caliente (9-,130m)

Mo Orgler und Gerd Niedertscheider im Dezember 2016 (beide rotpunkt)

Spektakuläre Linie links der markanten Dächerzone. Alle Stände sind gebohrt, Zwischensicherungen müssen großteils selbst gelegt werden - Risse  sind aber sicherungsfreundlich. Die schwierigen Stellen können auch technisch an mobilen Sicherungsmitteln geklettert werden - die anspruchsvollste der drei Touren.
benötigtes Material: Cams 0.3-3 (ev. 0.4 -1 doppelt), Keile

Por Ti (9-,270m)

Mo Orgler und Gerd Niedertscheider 2019 (beide rotpunkt)

Logische Linie in allerbestem, in der ersten Seillänge außergewönlichem Fels. Diese gehört zum Besten und Vielseitigsten was die Erstbegeher bis dato geklettert sind. Auch alle anderen Seillängen stellen jede für sich höchsten Klettergenuss dar. Sehr vielseitige anhaltende Allroundkletterei in Platten und Rissen mit der ein oder anderen athletischen Passage. Eine spannende Herausforderung für On-Sight Anwärter.
Trotz zahlreicher Bohrhaken gibt es viele obligate Passagen und größere Abstände in leichteren Abschnitten.
Inspriert von den Climbs im Verdon wurden Bohrhaken auch an mobil absicherbaren Stellen gesetzt, um das Klettern selbst im Mittelpunkt stehen zu lassen. Einige der Haken wurden deswegen nachträglich gesetzt - die Route selbst wurde aber in ihrem exakten Verlauf von unten eingerichtet. Die Erstbegeher haben sich dabei nicht immer an die logische bzw. einfachste Linie gehalten, sondern vielmehr am besten Fels orientiert. So wurden Passagen, wo schöne Risse zu moosigen Kaminen mutieren in besten Platten umgangen. Die Bohrhaken in der dritten Seillänge wurden im Nachhinein gesetzt, da sich das Umklettern ca. 1,5 Meter links des Risses als genialste Kletterei an versinterten Strukturen herausstellte.
"Uns ist klar, dass wir hier nahe und tlw. in einer Linie klettern, die bereits vor vielen Jahren eine klassiche, äußerts alpine Route sein hätte können. Die Orientierung einer „Sportalpintour" entlang einer solchen Linie, bei der nur von den besten Abschnitten Gebrauch gemacht wird, kann natürlich als fraglich hingestellt werden. Der Klettergenuss, der sich dadurch ergibt nicht"
benötigtes Material: Cams 0.3-3  evtl.Keile

Bemerkung zu den Versicherungen:
Trotz solider Grundabsicherung wird ein solider Umgang  mit mobilen Sicherungsmitteln empfohlen.
Für Vorstieg mit leichtem Gepäck: definitiv nicht benötigte Größen:
SL 1 Cam 3 und 2 werden nicht benötigt (Erstbegeher haben nur 0.4 und 0.75 verwendet).
SL 2 Cam 3 wird nicht benötigt
SL 3 Cam 2 und 3 hilfreich, evtl. auch mittlere Größen. Tipp: In der 2ten Hälfte kann links des Risses geklettert werden, an versinterten Strukturen. Empfehlenswert und sehr schön! Der Zwischenstand nach 40 m kann ausgelassen werden, 8-10 m weiter (links) zum nächsten Stand
SL4 Alle Cams mitnehmen. Erste Passage links der Bohrhaken klettern, schwer und schön. (Seichte Plattenverschneidung).
SL 5 Cam 2.1 wird nicht benötigt
SL 6 Cam 3 wird nicht benötigt.

 

Infos: Gerd Niedertschaider und Moritz Orgler