Karwendel - '6 x 7 = 8' Neutour Lafatscher Nordwand 8-

Reini in der 4. Seillänge (7) unten das Hallerangerhaus

Foto Dieter Stöhr, gut zu sehen der Einstieg rechts des großen Steinesdas Dach im oberen Drittel und der Ausstieg über den Riss darüber

Dieter in der 1. Seillänge 7+

Dieter in der 2. Seillänge 7

Dieter in der 3. Seillänge beim Putzen 7+

Dieter kommt zum Stand des Doppelpendlers vom letzten Mohikaner in der 3. Sl

Dieter am Ende der 4. Länge (7)

Dieter in der 5. Seillänge (7)

09.08.2007 Wer hätte das gedacht. Es gibt noch Platz für Neutouren in der Lafatscher Nordwand. Nach einem ersten Besuch in dieser Wand, in der Muggo Messern und ich die Route "Tomahawk 9-"  wiederholen konnten wurde ich auf die noch offenen Möglichkeiten in dieser Wand aufmerksam.

Es dauerte nicht lange und Dieter Stöhr und ich wanderten mit all dem Bohrzeug die 2 Stunden vom Halltal bis zum Fuße dieser sagenhaften Wand. Herausgekommen ist eine Linie, die ihresgleichen sucht. Homogene Schwierigkeiten, super Felsen und ein traumhaftes Ambiente.

Hier einige Infos zu der Tour:


Name: "6 x 7 ist 8"

Fakten: 180 m, 8-, 6 Sl (7+, 7, 7+, 7,7,7) auch wenn die einzelnen Seillängen nicht schwerere als 7+ sind, so dürfte die gesamte Route im aktuellen Usus  auf Grund der anhaltenden Schwierigkeiten doch eher mit 8- zu bewerten sein. Der Bewertungsvorschlag von Hangl Bennie lautet 7+,   7-/7,   7,   7/7+,   7/7+,   7

Erstbegehung: D. Stöhr und R. Scherer am 31. Juli und 6.August 2007 von unten natürlich

Material: die Route ist mit Bohrhaken abgesichert. ca 10 Express und eine lange Bandschlinge

               zum Verlängern des 1 Hakens in der 5. Sl. Weniger Mutige können auch 2 - 3 

               Friends in kleiner bis mittlerer Größe mitnehmen. 

Vorsicht: die ersten 5 Meter in der 5. Seillänge sind leicht zu kletterndes aber stark 

                verblocktes Gelände. Es sollte in keinem Fall ein Normalhaken geschlagen werden.

                Außerdem sollte der erste Bohrhaken unbedingt verlängert werden.

Charakter: Abwechslungsreiche Wand-, Riss- und Verschneidungskletterei im besten Felsen 

                  mit sagenhaftem Ambiente und homogenen Schwierigkeiten. Lediglich 3 - 5 

                  brüchige Meter.

Zustieg: Variante 1: über das mautpflichtige Halltal bis zur Magdalena Hütte fahren und dann an den Herrenhäusern vorbei zum Lafatscher Joch. Dann ca 200 m hinunter und sobald der Weg eben wird unter den Latschen den Hang links queren bis zu Steinmann. Dann den Vorbau (2. Grad) ca 100 m abklettern und zum Wandfuß nach links hinüberqueren. Wer den Vorbau nicht abklettern möchte kann auch den Weg normal in Richtung Hallerangerhaus folgen und beim Klettergarten (Schild) am Wandfuß entlang bis zum Einstieg queren (dauert ca 10 - 15 min länger). Wenn man dabei Fahrräder bis zum halben Lafatscher Joch mitnimmt kann man am Rückweg einiges an Zeit und Kraft sparen.

Variante 2: Über Scharnitz bis zur Kastenalm und dann über Hallerangerhaus zum Klettergarten und zur Wand queren (4 - 5 Stunden). Mit dem Fahrrad oder Taxi kann man diese Zeit auf ca 2 Stunden verkürzen. 

Abstieg: Am besten nach der 6 Sl über die Route abseilen und an Klettergarten vorbei zum Hallerangerhaus auf ein Bier. Es besteht auch die Möglichkeit nach der 6. Länge der alten Nordostkante (Huber/Strickner 1966) folgend nach rechts über eine Rampe (ca 4 Grad) noch eine Seillänge hoch zu klettern und dann seilfrei über 2er Gelände nach hinten /Süden) bis zum Grat zu klettern (ca 100 m) und dann 150 m nach rechts oben zu gehen bis man unter einen kleinen Wand nach vorne, leicht abwärts in die Schotterflanke queren kann. Erfahrene Alpinisten finden diesen Weg (Steinmänner und Steigspuren), andere bevorzugen den direkteren Weg zum Bier und seilen ab.