Innsbruck, das Mekka der Kletterer

Seit Eröffnung der größten zusammenhängenden Kletterhalle der Welt ist die Hauptstadt der Alpen das Zentrum des vertikalen Trendsports. Valentina Dirmaier war zu Besuch und wagte sich hoch hinauf.

Ein Bericht der OÖ Nachrichten

Ein kurzer Blick empor auf die Kletterwand, ein schneller Griff in den Kalkbeutel, und Jan Hojer sprintet los. Wie ein Gecko bewegt sich der Deutsche vertikal, hantelt sich flink von einem roten Griff zum nächsten und erreicht das Top in etwa 17 Metern Höhe in nur wenigen Sekunden. Dann lässt sich der 25-jährige Kletterprofi fallen. Die automatische Stahlseilsicherung fängt den jungen Profi auf, lässt ihn sanft zu Boden gleiten. Er dehnt die Arme, analysiert seinen Sprint, überlegt kurz und führt erneut sein perfektes Zusammenspiel von Kraft, Ausdauer und Präzision an der Kletterwand der nagelneuen Kletterhalle in Innsbruck vor.

Innsbruck, das Mekka der Kletterer

Gegenüber müht sich Richard, ebenfalls aus Deutschland, eine Generation älter, an einer Route im Schwierigkeitsgrad fünf ab. Die Extrembelastung, die bei einem der weltbesten Kletterer auf der Wand gegenüber auch nach stundenlanger Übung so einfach, so kinderleicht aussieht, kostet seinen Landsmann im Vorstieg Überwindung.

"Mist. Diese verdammte Nähmaschine." Richard schimpft über seine Beine, die immer wieder leicht zu schlottern beginnen. Die Arme machen auch schlapp, sind ausgepowert. Die Finger brennen vom Abrutschen an den rauen, noch neuen Griffen. Richard ist müde. Aber ein Blick auf die Weltelite der Szene, die sich in Innsbruck im neuen Zentrum eingenistet hat, reicht und der Ansporn steigt ins Unermessliche. Weiter geht’s.