Verhaltensregeln in der Kletteranlage

Mit den „Verhaltensregeln in der Kletteranlage“ lernst du unsere Gepflogenheiten und die wichtigsten und grundlegenden Sicherheitshinweise beim Aufenthalt in unserer Kletteranlage kennen. Bitte lies dir diese Broschüre zu deiner eigenen Sicherheit aufmerksam durch. Durch das erhöhte Sturzrisiko kann es zu schweren und im Extremfall auch zu tödlichen Verletzungen kommen. Spätestens mit dem Kauf der Eintrittskarte bist du zur Einhaltung dieser Regeln verpflichtet. Die zusätzliche Benutzerordnung ist in der Kletterhalle ausgehängt und auf unserer Webseite ersichtlich. 

Allgemeine Regeln in der Kletteranlage

  • 1. Eigenverantwortung: Das Klettern ist ein Risikosport und erfolgt auf eigene Verantwortung. Mit der Unterschrift auf dem Anmeldeformular bestätigst du, über alle erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen beim Bouldern und beim Seilklettern zu verfügen, um die benötigten Sicherungsmaßnahmen und alle Ausrüstungsgegenstände richtig prüfen und anwenden zu können, oder selbst für die dementsprechende Anleitung durch eine Fachkraft gesorgt zu haben. Die Kletterhalle führt darüber keine Kontrollen durch. Trotz allem ist den Anweisungen der Mitarbeiter Folge zu leisten.

  • 2. Registrierung, Eintritte, Kurse, Verleih: Vor dem Kauf deiner ersten Eintrittskarte oder deiner Verleihausrüstung musst du dich registrieren lassen. Mit dem Registrierungsformular wirst du auf die Benutzerordnung und auf die Gefahren aufmerksam gemacht. Verleihschuhe dürfen aus hygienischen Gründen nur mit Socken getragen werden. Für Anfänger oder kleine Kinder sind für ein erstes Probieren auch saubere Hallenturnschuhe durchaus geeignet. Bei unseren Kletterkursen wirst du vom Kletterlehrer abgeholt und in den Kursbereich begleitet, wo du eine separate Leihausrüstung zur Verfügung gestellt bekommst. Alle Details zu Verletzungen, Krankheit, Verhinderung bei Kursen oder Kartenverlust sind in der Benutzerordnung ersichtlich. 

  • 3. Minderjährige: Minderjährige dürfen nur unter ständiger Aufsicht einer volljährigen Begleitperson die Kletteranlage benutzen. Ausgenommen sind Jugendliche von 14 bis 18 Jahren, die eine Einverständniserklärung des Erziehungsberechtigten vorweisen können, oder 12–13-jährige Kaderathleten mit Unterschrift der Eltern und des Vereinstrainers (bitte die Benutzerordnung genau lesen). Mit der Ausnahme vom Kinderparadies ist das Spielen und Herumlaufen in der gesamten Kletteranlage verboten. Eltern haften für ihre Kinder.

  • 4. Umkleidegarderoben: Das Umkleiden erfolgt ausschließlich in den Garderoben. Wir bitten dich, eine 2 € Münze mitzunehmen, dich auf die wesentlichsten Ausrüstungsgegenstände zu reduzieren und alles andere im Garderobenkasten zu verschließen. Bitte keine Rucksäcke in die Kletteranlage mitnehmen und die Sicherheitsböden nicht mit Straßenschuhen betreten. Liegen gebliebene Sachen werden regelmäßig entsorgt. Für die Garderobe wird nicht gehaftet!

  • 5. Gefahrenbereich (Sturzzone und Diskretionszone): Sobald du dich als Besucher oder Kletterer in den Kletter- oder Boulderbereich begibst, solltest du den Sturzbereich von Kletterern und Boulderern über dir ständig meiden. Halte dich auch nicht im Fallbereich von ihnen und von möglichen herabfallenden Gegenständen auf (z.B. Griffbruch). Bitte keine harten Gegenstände oder andere Hindernisse im Sturzbereich von Kletterern abstellen. Der Bereich, in dem Kletterpartner sichern oder spotten, wird auch als Diskretionszone bezeichnet, in der die Sicherungspartner nicht abgelenkt werden sollten. 

  • 6. Handy, Musik, Tiere, Schmuck, Rauchen, Alkohol und viele andere logische Sachen: Klettere nie nach dem Konsum von Alkohol. Das Rauchen ist in der gesamten Kletteranlage verboten. Lass dein Handy wenn möglich ausgeschaltet in deinem Garderobenkasten, das Telefonieren während des Kletterns oder Sicherns ist strengstens verboten. Auch das Hören von Musik mit Kopfhörer beeinträchtigt deine Aufmerksamkeit und ist gefährlich. Ringe, Halsketten oder andere Schmuckstücke können an Haken oder Griffen hängen bleiben und genauso wie das Tragen von langen offenen Haaren zu sehr unangenehmen Verletzungen führen. Das Mitbringen von Tieren in die Kletteranlage ist nicht erlaubt. 

  • 7. Markierungen, Veränderungen, Beschädigungen: Als Gast in unserer Anlage ist es dir nicht erlaubt, Markierungen oder Beschriftungen anzubringen oder Griffe zu verdrehen. Sollten dir lockere bzw. verdrehte Griffe oder Beschädigungen (z.B. kaputte Griffe, Kletterplatten, Karabiner, Schlingen u.a.) auffallen, so bitten wir dich, dies bei uns zu melden.

  • 8. Unfälle: Alle Nutzer der Anlage sind bei Unfällen zur Hilfeleistung verpflichtet und müssen im Fall einer polizeilichen Unfallaufnahme die Personalien bekanntgeben. Hierbei wird auch auf das korrekt ausgefüllte Registrierungsformular zurückgegriffen. Wir bitten dich, Unfälle aller Art unverzüglich bei unserem Hallenpersonal zu melden.

  • 9. Staubbelastung: Bei sehr intensivem Kletterbetrieb kann es zu einer erhöhten, für Kleinkinder und Personen mit Atemwegserkrankungen problematischen Staub- und Magnesiumbelastung kommen. 

  • 10. Barfuß und oben ohne: Das Barfußklettern, barfuß im Bistro und das Klettern bzw. der Aufenthalt ohne T-Shirt sind in unserer Kletteranlage nicht erlaubt. Der Kontakt mit Fußpilz oder verschwitzten Körpern wird als unhygienisch empfunden. 

Regeln beim Bouldern („sicher bouldern“)

  • 1. Aufwärmen: Beim Bouldern und Abspringen treten sehr hohe Belastungen auf. Wärme dich außerhalb der Gefahrenzonen dementsprechend auf, um Verletzungen vorzubeugen.  

  • 2. Sturzraum freihalten: Bitte keine Gegenstände (Bürsten, Flaschen, Magnesiumbeutel, etc.) auf die Bouldermatten legen, sondern die hierfür vorgesehenen Ablageflächen benutzen. Halte dich nie im Sturzbereich unterhalb, seitlich oder hinter den Boulderern auf und halte beim Bouldern ausreichend Abstand. 

  • 3. Spotten und Sichern: Ungünstige Stürze können zu schweren Verletzungen führen. Bitte unterstützt euch gegenseitig und gebt euch im Bedarfsfall die nötige Sicherungshilfe. Achte dabei aber darauf, dass der Boulderer nicht auf dich fallen kann.

  • 4. Kinder und Spielen: Mit Ausnahme vom Kinderparadies ist das Spielen und Herumlaufen in der Kletteranlage verboten. Nehmt besondere Rücksicht auf Kinder, sie benötigen im Boulderraum ständige Aufsicht. Kleinkinder sollten immer in Reichweite gespottet werden und daher nicht höher als ca. 3 m bouldern. 

  • 5. Boulderhöhe: Schülern und Anfängen wird eine maximale Boulderhöhe von 3,5–4 m empfohlen. Die maximale Boulderhöhe beträgt 4,5 m.

  • 6. Bouldersystem: Es gibt sogenannte Top Out Boulder, die maximal 4 m hoch sind und bei denen am oberen Ende auf die dahinterliegende Brüstung ausgestiegen werden kann. Bitte an der vorgesehenen Stelle abklettern und nicht abspringen. Alle anderen Boulder sind oben mit einer Stop-Markierung versehen und dürfen nicht „ausgestiegen“ werden. Der Aufenthalt auf den Plattformen oberhalb der Boulderfläche ist strengstens verboten!

  • 7. Bouldern nach Farben und Trainingsbereichen: In unserer Boulderanlage gibt es Bereiche, wo Boulder für Hände und Füße nach einer jeweiligen Farbe geschraubt sind, und andere Bereiche, in denen die Boulder für Trainingszwecke frei definiert werden können. Es ist aber nicht erlaubt, hierfür Markierungen mit Magnesium oder Tape anzubringen!

  • 8. Abspringen oder Abklettern: Wähle das Risiko und die Höhe deinem Können entsprechend, sodass du beim Abspringen noch sicher landen kannst. Lande dabei mit beiden Beinen und mit etwas Körperspannung und rolle dich anschließend ab. Wenn möglich ist das Abklettern dem Abspringen vorzuziehen. All das schont deinen Rücken und beugt Verletzungen vor. Am meisten Unfälle ereignen sich durch seitliche Landung mit den Füßen (Sprunggelenk) oder Landung nach hinten mit abstützenden Händen (Armbruch).

  • 9. Reservierte Bereiche (BLZ und Kursbereiche): In den reservierten Bereichen des Bundesleistungszentrums oder der Kursbereiche haben die jeweiligen Gruppen das exklusive Nutzungsrecht. Wir bitten dich, diese abgesperrten Bereiche zu respektieren. Die jeweiligen Zeiten hierfür sind auf den Anzeigetafeln oder auch im Internet ersichtlich. Außerhalb dieser reservierten Zeiten darf natürlich überall geklettert werden. 

  • 10. Kinderparadies und Kraftraum: Im Kinderbereich befindet sich eine integrierte Therapiekletterwand. Wir bitten euch, die reservierten, im Internet ersichtlichen und vor Ort angeschlagenen Zeiten zu beachten. Der Aufenthalt im Kraftraum ist Kindern nicht gestattet.

Regeln beim Seilklettern („sicher klettern“)

  • 1. Eigenverantwortung und Rücksichtnahme: Jeder Kletterer benutzt die Kletterwände eigenverantwortlich, Minderjährige oder Anfänger unter fachkundiger Anleitung. Dabei sollte sich jeder so verhalten, dass niemand behindert, gefährdet oder verletzt wird. Pass die Schwierigkeiten der Routen deinem Eigenkönnen an und vermeide bei viel Betrieb unnötig weite Stürze. Bei unerwarteten Stürzen bis zum 5. Haken droht Bodensturzgefahr. 

  • 2. Sturzräume meiden und freihalten: Achte bereits beim Betreten des Seilkletterbereiches darauf, dich nicht in den Sturz- oder Fallbereich von Kletterern zu begeben, und halte dich möglichst in gefahrenfreien Zonen auf. Griffe können sich drehen oder brechen, sodass es jederzeit zu spontanen Stürzen kommen kann. Ein Blick nach oben und zur Seite kann unnötige Kollisionen verhindern. Im Sturzbereich der Kletterer oder in der Diskretionszone der Sicherer dürfen keine harten Gegenstände oder Hindernisse liegen (Trinkflaschen, Sicherungsgeräte, etc.). Sie führen zu Verletzungen beim Abspringen oder zu Stolpern beim Sichern. 

  • 3. Ausrüstungsgegenstände: Mach dich mit dem Verleihmaterial oder deiner eigenen Ausrüstung vertraut und benutze alles den Bedienungsanleitungen und den aktuellen Lehrmeinungen entsprechend. Bei den verschiedenen Sicherungsgeräten und -techniken sollten das jeweilige Bremshand- und das Führungshandprinzip eingehalten werden. Wir empfehlen beim Sportklettern die Verwendung von Halbautomaten (Grigri, Smart, Ergo, etc.).

  • 4. Partnercheck vor jedem Start: Hauptursachen für tödliche Kletterunfälle sind folgende drei Fehlerquellen: 1. fehlerhaft eingebundene Sicherungsknoten im Klettergurt, 2. fehlerhafte Handhabung des Sicherungsgeräts und 3. mangelnde Sicherungskompetenz des Kletterpartners. Vergewissere dich daher vor jedem Start des korrekt geschlossenen Klettergurts, des funktionierenden Sicherungsgeräts, des geschlossenen Sicherungskarabiners, der ausreichenden Seillänge, des Knotens im Seilende und vor allem des korrekten Anseilknotens, des korrekten Anseilpunkts und der Sicherungskompetenzen deines Kletterpartners für den Fall eines unerwarteten Sturzes. Schütze dein Leben und hab den Mut, andere Kletterer auf Fehler aufmerksam zu machen! 

  • 5. Einbinden im Gurt: Beim Klettern im Vorstieg und im Nachstieg wird das Seil direkt im Gurt eingebunden (Achter oder Bulin). Lediglich bei den Toprope-Stationen (ohne Zwischensicherungen) oder bei den Toppas-Stationen kannst du dich alternativ auch mit einem Safebinder (3-fach-Verschluss) oder zwei gegengleich eingehängten Karabinern einbinden. 

  • 6. Toprope-Klettern oder Klettern im Nachstieg: Ist nur dann erlaubt, wenn die zwei gegengleichen Karabiner am Ende der Route eingehängt sind. Mit Sicherung mitten in der Wand ist das Toprope-Klettern (Seil ohne Zwischensicherungen) und das Nachstiegsklettern (mit Aushängen der Zwischensicherungen) strengstens verboten. Das Klettern im Nachstieg mit Seil auf halber Wandhöhe (z.B. nach Abbruch eines Kletterversuches, Intervalltraining) ist nur dann erlaubt, wenn alle Zwischensicherungen eingehängt bleiben! Vorsicht vor Pendelgefahr bei überhängenden Bereichen. 

  • 7. Standort beim Sichern und Verhalten beim Sichern: Unmittelbar vor der Kletterwand ist jene Diskretionszone, in der sich der Sicherer voll auf seine Aufgabe konzentrieren muss. Lass dich nicht ablenken und wähle deinen Standort für das Sichern nur knapp hinter und nur knapp seitlich der ersten Zwischensicherung. Versuche bewegungsbereit und ohne Schlappseil zu sichern, beobachte deinen Partner genau und vereinbare verbale oder nonverbale Seilkommandos. Starker Gewichtsunterschied kann durch zusätzliche Reibung verringert werden, indem eine eigene erste Zwischensicherung in der Nachbarslinie eingehängt wird oder das Sicherungsgerät „Ohm“ verwendet wird. Kinder oder Anfänger dürfen durch das Sichern schwererer Personen nicht überfordert werden. Das Ablassen des Partners erfolgt langsam und gleichmäßig. 

  • 8. Abstand in der Kletterwand und Überholen anderer Kletterer: Studiere vor dem Start den Verlauf deiner Linie und halte beim Klettern in der Wand ausreichend Abstand nach oben, nach unten und zur Seite. Vermeide Pendelstürze und klettere nicht in den Sturzraum anderer Kletterer hinein. Überhole in der Nachbarlinie nur in Absprache mit dem Vorauskletternden – er hat grundsätzlich „Vorrang“. Beim Überholen darf dein neuer Sturzraum nicht zur Gefahr für den soeben überholten Kletterer werden. 

  • 9. Route besetzen: Das Reservieren einzelner Routen oder ganzer Wandbereiche ist kostenpflichtig und nur in Rücksprache mit der Hallenleitung erlaubt. Nach jedem Durchstieg ist das Seil sofort abzuziehen und somit die Route wieder freizugeben. Vorsicht: Unnötig langes Ausbouldern oder Rasten in den Routen provoziert riskante Überholmanöver anderer Kletterer. Intervalltrainings, ständiges Auf- und Abklettern und dergleichen besetzen die Linien und sind daher nur bei wenig Kletterbetrieb erlaubt.
      
  • 10. Seilverlauf und Toppas: Die Kletterlinien verlaufen grundsätzlich in jeder Hakenreihe gerade nach oben. Es ist nicht erlaubt, benachbarte Schlingen oder das benachbarte Top Vor allem bei den Toppas-Geräten (automatische Stahlseilsicherung) ist erhöhte Vorsicht geboten und ausreichend Abstand einzuhalten