Was versteht man unter seilklettern?

Das Klettern ist keine Mode oder eine neue Erfindung, sondern hat in unseren Breiten eine lange Tradition. Beispielsweise wird seilklettern direkt in der Stadt Innsbruck (zB im Höttinger Steinbruch) schon seit über 100 Jahren praktiziert. Sogar Hermann Buhl hat diese Felsen über den Toren von Innsbruck bereits zum seinem „Trainingszentrum“ für die großen Unternehmungen erkoren. Das Klettern im Gebirge oder an den Felsen der Klettergärten erfolgt prinzipiell mit Seilsicherung und daher zu zweit.

Was ist beim Seilklettern zu beachten?

Da beim Seilklettern ab einer gewissen Höhe Stürze auch tödlich enden können, ist ein geschulter und professioneller Umgang mit der Seilsicherung lebensnotwendig. 

Um Bodenstürze zu vermeiden, bindet sich der Kletterer selbst mit einem Knoten in den Klettergurt ein und hängt anschließend das Seil in die – in unserer Halle bereits vorinstallierten – Karabiner der Zwischensicherungen ein. Oben angekommen, hängt der Kletterer den anschließenden Umlenkkarabiner ein und lässt sich von seinem Partner langsam und gleichmäßig wieder zum Boden abseilen.

Der Sicherer verwendet hierfür ein eigenes Sicherungsgerät, durch welches das Seil hindurch läuft. Modernen Seilkletterer in den Kletterhallen und in Klettergärten wird neuerdings die Verwendung sogenannter „Halbautomaten“ empfohlen. Das Klettern mit Achter, Tuber oder HMS ist im Sportklettern – vor allem im Anfängerbereich – nicht mehr zeitgemäß.  

Um seinen Partner sichern und halten zu können gibt der Sicherer seinem Kletterpartner ausreichend Seil, damit dieser die Karabiner einhängen kann. Gleichzeitig gibt er ihm aber nur so viel an „Schlapp“-Seil, dass er niemals zu Boden stürzen kann, denn der Sicherungspartner muss zu jeder Zeit damit rechnen, dass der Kletterer unterwartet stürzen oder abrutschen kann. 

Das Halten eines Sturzes sollte trotz der Verwendung von „Halbautomaten“ dynamisch erfolgen, was ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, Übung und Erfahrung verlangt. Vor allem das Sichern von extrem leichten oder sehr schweren Kletterpartner erfordert viel Feingefühl, das erst erlernt werden muss. 

Lass dich hier ausbilden, denn du hältst das Leben deines Partners in deinen Händen! 

Kletterkurse

Kletterrouten und Schwierigkeitsgrade

Im Kletterzentrum Innsbruck bieten wir dir an die 500 verschiedenen Routen in allen Schwierigkeitsgraden. Alle Kletterbereiche in der Halle und bei den Klettertürmen im Freien sind als Fallschutz mit einem Sicherheitsboden ausgestattet.

Das Angebot an Kletterrouten reicht vom Anfänger bis zum Spitzensportler, von sehr leicht bis zu extrem schwierig und eignet sich für alle Altersstufen. 

Klettern nach Farben

Die Kletterrouten sind nach verschiedenen Farben geschraubt. Wenn du den am Einstieg angeschriebenen Schwierigkeitsgrad klettern möchtest, solltest du mit Händen und Füßen jeweils nur diese eine Farbe verwenden.

Damit auch „Stammkletterer“ immer wieder neue Herausforderungen und Abwechslung finden, schrauben wir die Routen regelmäßig neu.

Partnercheck vor jedem Einstieg

In Kletterhallen und auch im Klettergarten hat sich der sogenannte Partnercheck etabliert, da man aus vielen unnötigen Unfällen gelernt hat, dass zumeist Achtsamkeitsfehler Grund eines Unfalles sind.

Wie verläuft der Partnercheck?

Vor dem Start in jede Route wird erneut ein Partnercheck durchgeführt, der verhindern soll, dass sich – auch auf Grund der zunehmenden Ablenkung auf engem Raum – auftretende Schlampigkeits- bzw. Aufmerksamkeitsfehler einschleichen. Lies dir die Informationen zum Partnercheck genau durch und führe ihn ausnahmslos durch! Mache dir bewusst, dass dieser Check auch so manchem Spitzenkletterer schon große Verletzungen ersparen hätte können.

Überprüfe vor dem Start in einen gemeinsamen Klettertag, ob dein Kletterpartner unerwartete Stürze auch halten kann, ob ihr ein ausreichend langes Seil dabei habt und checke dann direkt vor beim Einstieg in jede neue Route gemeinsam mit deinem Partner, ob...

  • der Klettergurt richtig angezogen und immer noch zugezogen ist.
  • der Knoten richtig eingebunden wurde.
  • im Seilende ein Sicherheitsknoten gemacht wurde.
  • sich im Seil auch keine Knoten oder Knäuel befinden.
  • der Verschlusskarabiner zugeschraubt wurde.
  • das Sicherungsgerät richtig eingelegt wurde und führe dazu einen Blockiertest aus.

Was versteht man unter Top Rope Klettern oder Klettern im Nachstieg?

Eine erleichterte Art des Seilklettern ist das Klettern mit Seilsicherung von oben. Es wird also nicht im Vorstieg geklettert, während dessen ein Kletterer von unten bis oben alle Zwischensicherungen erst selbst einhängen und daher weitere Stürze in Kauf nehmen muss. Bei Top Rope ist das Seil ist bereits in der Umlenkung am Ende der Route eingehängt und man klettert im Nachstieg bzw. im Top Rope nach oben. Auf diese Art kommt es zu keinen weiten Stürzen und der Kletterer kann sich bei Unsicherheiten oder Problemen einfach nur „ins Seil setzen“.

Beim Klettern im Nachstieg des jeweiligen Vorsteigers, klettert der zweite Partner am bereits oben angehängten Seil die gleiche Route nach und wird daher mit Seilsicherung von oben gesichert. Der nachsteigende Kletterer hängt dabei die gesamten Zwischensicherungen, die der Vorsteiger eingehängt hat, wieder aus. Wichtig dabei ist, dass am Ende der Route bei der Umlenkung vorschriftsmäßig beide Karabiner eingehängt wurden. 

Wichtig: Aus Sicherheitsgründen darf niemals über diesen Umlenkpunkt hinausgeklettert werden und es darf daher auch niemals mitten in der Kletterwand im Nachstieg geklettert werden, wenn der Umlenkpunkt am Ende der Route nicht eingehängt wurde. 

Beim Klettern im Top Rope wird an einem von unserem Team bereits fix installiertem Seil geklettert, das oben durch zwei unabhängige und fest verschlossene Karabiner läuft. In diesen Routen sind keine Zwischensicherungen mehr eingehängt. In stark überhängenden Wänden darf auf Grund der Pendelgefahr nicht im Top Rope, sondern nur im Nachstieg geklettert werden. Die fix installierten Top Rope-Seile dürfen nicht abgezogen oder für den normalen Gebrauch im „Vorstieg“ in der Halle verwendet werden. 

Was muss ich beim Speedklettern beachten?

In unserer Kletteranlage gibt es auch Möglichkeit an den genormten Speedrouten zu klettern. Hierfür kannst du die fix installierten, automatischen Sicherungsseile verwenden. Achte bitte darauf, dass die Bänder gerade und nicht eingedreht verlaufen und hänge sie nach dem Gebrauch auch wieder dementsprechend im Sicherungshaken am Anfang der Route ein (Toppas Sicherungsgeräte).  

KONTAKT

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Alpenverein Kletterzentrum Innsbruck GmbH
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